| Test: Sony Cyber-shot DSC-HX5V mit GPS und Kompass |
| Freitag, 16. April 2010 um 00:00 |
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Vorab ein paar Informationen ...Die HX5V ist die erste Digitalkamera von Sony mit integriertem Geotagging. Doch Sony versucht gleich den großen Wurf und integriert gleich noch einen Kompass zur Speicherung der Blickrichtung. Die Kamera erfasst bei jedem Foto und Videoclip die Geodaten des Standortes und zeigt sie während der Aufnahme auf dem Display an. Auch eine "Kompassnadel" wird live auf dem Display angezeigt. Die Geodaten werden bei aktiviertem Geotagging automatisch mit der Bild- oder Videodatei gespeichert. Ob das wohl funktioniert? Wir sagen: Ja, der ambitionierte Start ist gelungen! GPS-EmpfangsqualitätBei der ersten in Betriebnahme waren wir enttäuscht. Einverstanden, so sollte man nicht Testen ... unter dem Dachfenster hat es innerhalb der ersten 15 Minuten schon mal nicht geklappt. Das kann natürlich mit jedem GPS-Empfänger passieren. Wenn die Satellitenverteilung in den 15 Minuten gerade ungünstig ist, dann kann es einfach nicht klappen. Die Hintergründe zu Kaltstart, Warmstart, etc. sind hier einfach erklärt! Also raus aus dem Haus, auch wenn das Wetter gerade nicht so angenehm ist. Und siehe da, nach wenigen Minuten der erste Fix. Das ist völlig im Rahmen. Um genaueres herauszufinden muss man es zig mal Testen. Eben weil die aktuell an einem Ort empfangbaren GPS-Satelliten nie gleich am Himmel verteilt sind. Deswegen ist eine Aussage nach einem einmaligen Test nicht gerade aussagekräftig. Nachdem die der GPS-Empfänger der Sony einmal mal eine Zeit aktiv war, sind auch Warmstarts erwartungsgemäß kein Problem mehr. Beim Lesen der Anleitung stießen wir dann aber noch auf ein großes Potential: aGPS! a wie assitedGPS (aGPS)Was wir erst nachher gelesen haben: Wir hätten den ganzen Startvorgang optimieren können. Sony hat der Kamera ein aGPS (assisted GPS) verpasst. Verbindet man die Kamera direkt über Sony Software mit dem Rechner, werden die aktuellen GPS-Bahndaten für den nächsten Monat, aus dem Internet auf die Kamera geladen. Dies hilft die Startzeiten merklich zu verbessern. Sofort nach dem Anschalten der Kamera erscheint die Kompassnadel und ein Satellitensymbol. Eine Balkenanzeige informiert den Nutzer ob und wie gut GPS-Empfang möglich ist. Die Kamera bei aktuellen assisted-Daten nahezu dauerhaft im Warmstart-Zustand. So dauert der Start oft nur wenige Sekunden. Wer kein Windows hat kann die aGPS-Daten auch manuell herunterladen und auf die Kamera spielen (Siehe: Tipp: aGPS - assited GPS-Daten für Sony HX5V). Durchdachte Geotagging-Funktionen: Indoor-Funktion und Direktstart-FunktionUm Strom zu sparen schält sich die Kamera nach einigen Minuten ohne Nutzung ab. Beim Neustart der Kamera muss man eben kurz auf den neuen GPS-Empfang warten. Bis die neue Position wurde, wird die letzte bekannte Position vor dem Ausschalten weiter verwendet. Also eine Direktstart- und Indoor-Funktion wie man Sie sonst nur bei den Geotaggern von Dawntech für Nikon DSLR kennt. Eine optimale Funktion auch bei Familienfesten. Anstatt jedes mal, wen die Kamera gebraucht wird, hinaus zu gehen muss man nur darauf achten, am Anfang des Abends einmal die Position zu bestimmen. Ab da kann man drinnen einfach weiter knipsen. Aufpassen muss man nur, dass man nach einem Ortswechsel auch immer auf das GPS wartet. Sonst landen die Bilder eben am alten Ort. Der Stromverbarauch der Sony HX-5V im GPS-BetriebApropos Stromverbrauch. Nach sporadischem Einsatz an mehreren Tagen und ca. 200 Bildern war der Akku noch nicht leer. Für eine Kompaktkamera mit GPS-on-Board sicherlich eine gute Leistung. Bei unseren bisherigen Spaziergängen mit der Sony war die Güte des GPS-Empgfangs durchweg zufriedenstellend und die Startzeiten kurz. Allerdings lohnt es sich ein wenig zu warten, bis die GPS-Positionierung eingependelt ist. Bei ungünstigem Empfang, liegt man sonst, kurz nach der Aktivierung bei schon mal 30m daneben. GPS-Positionsbestimmung zu genau?Im DSLR-Forum gibt es einen Nutzer der berichtet ihm sei die Positionsbestimmung für private Nutzer zu genau. Für angemeldete Nutzer hat er ein Beispiel-Screenshot an den Beitrag angehängt. Schon witzig, den meisten kann es nicht genau genug sein. Und hier bekommt es einer mit der Angst zu tun. Unsere Empfehlung dazu: Freuen Sie sich über die Genauigkeit (die übrigens unseren Geotaggern von Solmeta und Dawntech ebenbürtig ist). Schützen Sie jedoch Ihre Privatsphäre bei Weitergabe der Bilder an Dritte - wenn nötig - durch löschen der Geotags. Das geht ganz einfach wie unser Workshop: Datenschutz - Geotags von Fotos aus dem EXIF löschen zeigt. Nun zum KompassMit der neuen Kompassfunktion lässt sich auch die Himmelsrichtung bestimmen, in die Kamera und Fotograf während der Aufnahme geblickt haben. Eine Funktion die sonst nur mit einer Kombination aus Nikon-DSLR und Solmeta Geotagger oder mit der Ricoh 500SE und dem GPS-Kompass-Modul möglich war. Zu unserer Verblüffung: Der Kompass scheint uns genauer zu sein als der von Solmeta. Und das schöne ist. Auch der Kalibriervorgang ist angenehm unkompliziert. Blick auf ein Waldstück aus der Ferne (Darstellung der Blickrichtung auf einer OpenStreeetmap-Karte mit dem geosetter):
Blick auf das selbe Waldstück aus der Nähe und etwas gezoomt:
Unser Fazit!Die beste kompakte Digitalkamera mit integriertem Kompass die wir bislang in den Händen hatten. Bislang konnte uns die die GPS-Fähigekeiten kompakter Digitalkameras noch nicht überzeugen Nikon P6000 (Schwächen bei Empfang, Akkulaufzeit, Bedienung) und Samsung ST1000(Schwäche bei Akkulaufzeit, Bedienung). Die Anzeige von Ortsnamen der Samsung WB650 mag wohl - da wo es klappt - ganz witzig sein. Und mancher mag sich freuen in Paris zu lesen, dass er - welch Wunder! - in Paris ist. Oder sogar, dass vor Ihm der Eiffelturm steht. Aus unserer Sicht ist jedoch der gelungene Kompass und die Indoor-/Direktstart-Funktion der Sony HX5V mehr wert! Mit der Panasonic Lumix TZ10 haben wir noch zu wenig Erfahrung. Die Sony DSC HX5V mit Kompass ist die erste an der wir Freude haben. Die GPS-Funktionen sind durchdacht, der Kompass funktioniert verblüffend gut und die Bilder sind qualitativ in Ordnung. Es handelt sich ja immerhin um eine Schnappschuss-Kamera für die Westentasche. Wer exzellente fotografische Eigenschaften sucht, der sollte sich eh bei den GPS-fähigen Nikon Spiegelreflex-Kameras umschauen. Dafür gibt es dann auch die Solmeta Geotagger mit Kompass. Links zu Tests und Vergleichen von GPS-Kompaktkameras:Weitere Artikel von uns zum Thema Geotagging-Kompaktkameras ... Sehen Sie dazu auch aktuelle Geotagging-Kompaktkameras im Shop ... Alle aktuell verfügbaren GPS-Kameras finden Sie hier. Ein kurzer unabhäniger Erfahrungsbericht eines Mac-Users zur Sony HX5V |