| Wie genau ist GPS? Oder warum das keiner so genau sagen kann! |
| Dienstag, 09. März 2010 um 17:38 | ||||
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Es kommt einfach darauf an wie die GPS-Satelliten gerade stehen, ob Hindernisse die Signale verfälschen und natürlich auch vom GPS-Empfänger. Mit einem aktuellen GPS-Empfänger - also auch unseren Solmeta und Dawntech Geotaggern - kann man unter optimalen Voraussetzungen eine statistische Genauigkeit von etwa 3 m erreichen.
Dazu sollte der GPS-Empfänger jedoch einfache Korrektursignale verarbeiten können. Das erledigen die aktuellen Geräte zumeist automatisch, wenn ein Korrektur-Signal verfügbar ist. Diese Signale kommen von zusätzlichen Satelliten und helfen ionosphärische Störungen (dazu unten mehr) grob zu korrigieren. Diese "Hilfssatelliten" kreisen nicht wie die GPS-Satelliten um die Erde, sondern sind geostationär. So gibt es WAAS für Nordamerika (Wide Area Augmentation System) bzw. EGNOS für Europa (European Geostationary Navigation Overlay Service) sowie MSAS für Asien (Multi-Functional Satellite Augmentation System). Ausserhalb dieser Regionen gibt es derzeit keine solchen Korrektursignale. Dann ist die statistische Genauigkeit eben vielleicht nur bei 7-10m. Abschattungen und Mehrwegeffekte
Vermesser bedienen sich darum kostenpflichtigen Korrekturdiensten wie SAPOS über Funk. Damit sind, mit ein paar Kniffen, statistische Genauigkeiten von unter einem Zentimeter möglich. Die entsprechenden Geräte liegen derzeit in einem Preissegment von mehreren tausend bis zehntausenden Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Korrekturdienst. Und bei schlechten Empfangsverhältnissen hilft das auch nicht weiter ... Und jetzt für die, die es genauer wissen wollen ...Es gibt verschiedene Faktoren die eine GPS-Messung ungenau machen. Die zwei wesentlichen Faktoren sind:
Störungen der Ionosphäre
Verteilung der GPS-Satelliten und die DOP
Moderne GPS-Empfänger suchen sich bei mehr als vier sichtbaren Satelliten automatisch jene Vierer-Konstellation mit der kleinsten DOP aus. Die Verteilung der GPS-Satelliten ist ein oft unterschätzter Faktor, der gerne vereinfacht als Sichtbarkeit (engl. visabiility) benannt wird. Hier rührt wohl auch die nicht auszurottende Legende her, dass Bewölkung die GPS-Messung erschweren würde. Schließlich ist die Sicht durch Wolken eingeschränkt, oder? Zum Glück ist dies nicht der Fall. GPS-Signale arbeiten nicht in unserem sichtbaren Spektrum. Eine Wolkendecke oder Niederschlag stören den GPS-Empfang minimal. Fassen wir Zusammen: Viel mehr sind es also die Stellung der Satelliten und Abschattungen durch feste Objekte (Berge, Häuser, ...) die einen großen Einfluss auf die GPS-Genauigkeit haben. Die resultierende Ungenauigkeit kann als Dilution of Precision oder DOP ausgedrückt werden (etwa: "Verdünnung der Genauigkeit". Der DOP ist keine mythische Zahl, sondern eine sinnvolle und praktische Hilfsgröße für jeden GPS-Empfänger. Der Text Dilution of Presicion -Wie genau ist’s denn nun? von Herrn Professor Zogg aus dem NAVI-Magazin 1-2/2008 veranschaulicht auf sehr verständliche Weise wie der DOP-Wert zustande kommt. Ein Artikel der sich lohnt! Faustregeln für die Interpretation der DOP-Werte:
Ein typischer Tageslauf der DOPEin typischer Tageslauf der DOP ohne Abschattung.
Und nun das Diagramm mit einer gedachten Abschattung durch eine Hochhaus im Südwesten (180°-270°) sowie niedrige Hindernisse rundherum:
Abbildungen aus: GPS und GNSS: Grundlagen der Ortung und Navigation mit Satelliten von Herrn Professor Zogg Fazit
Wer es jetzt noch genauer Wissen möchte sei auf die Website von Herrn Professor Zogg und seinen Text GPS und GNSS: Grundlagen der Ortung und Navigation mit Satelliten verwiesen. Wie lange braucht ein GPS-Empfänger zum Starten? Kaltstart? Warmstart? |