
Nikon hat heute die Nikon 1 V1 vorgestellt. Und zu der neuen Kamera-Klasse gibt es einen neuen Nikon Geotagger das Nikon GP-N100. Damit bleibt Nikon seiner Linie treu und forciert Geotagging weiter. Im Gegensatz zu zu den Nikon DSLR und dem Nikon GP-1 setzt die neue Kamera-Linie jedoch auf eine neue GPS-Schnittstelle und Techniken. Der angekündigte Preis hält sich erfreulich im Rahmen. (Bildquelle Nikon Presse).
Liste aller spiegellosen Systemkameras (EVIL) mit GPS
Wie auch schon das Pentax O-GPS 1 das setzt die Nikon 1 V1 auf den Blitzschuh als Schnittstelle zur Kommunikation zwischen GPS und Kamera. Nikon DSLR nutzen bisher Eine Kombination aus Kabelauslöser- und GPS-Buchse. Dies bringt aus unserer Erfahrung Vor- und Nachteile mit sich.
Der Vorteil ist, dass das Kabel zwischen GPS und GPS-Buchse entfällt. Dies ist bei den DSLR nur per Bluetooth-Geotagger mit externem GPS-Empfänger wie dem foolography unleashed möglich.). Der Geotagger GP-N100 wird über Kamerastrom versorgt. Die Versorgung des GPS über Kameraakku hat für uns in der Praxis klare Vorzüge, da das laden eines weiteren Gerätes entfällt.
Der Nachteil der neuen GPS-Schnittstelle liegt darin, dass zwangsweise der Zubehörschuh belegt ist um Geotagging zu betreiben. Da die Nikon 1 V1 - nach unserer Erkenntnis - keinen integrierten Blitz besitzt, muss man sich im Zweifel zwischen Geotagger und Blitz entscheiden. Bei den DSLR kann man jederzeit parallel Blitzen und Geotaggen (bei Geotaggern mit Kompass muss man lediglich auf die Ausrichtung des Kompass verzichten).
Weitere Nachteil ist, derzeit sicher noch die fehlende Verfügbarkeit von alternativen Produkten von Drittherstellern. Wir sind jedoch überzeugt, dass etablierte Hersteller von Geotaggaer für Nikon wie Dawntech, foolography oder Solmeta bald Lösungen anbieten werden.
Wie schon Sony bei seinen Kompakt- und SLT-Kameras mit integriertem GPS-Sensor setzt auch Nikon beim GP-N100 auf assisted GPS (aGPS) um die Startzeiten zu verringern. Nikon spricht von einem Kaltstart in ca. 40 s und einer Warmstartzeit von ca. 3 s unter idealen Bedingungen. Also auf freiem Feld ohne Hindernisse die den GPS-Empfang stören. Das sind Werte, die wir nach unserer Erfahrung, mit unseren Geotaggern von Solmeta und Dawntech in der Praxis auch ohne aGPS fast erreichen. Wir vermuten, dass Nikon hier tiefgestapelt hat.
Die Assistenz bei aGPS kann auf verschiedene Arten gelöst werden. Bei Smartphones wird eine Vorlokalisierung über die Funkzelle durchgeführt. Hierzu ist eine Mobilfunkeinheit und Handyempfang nötig. Nikon und Sony setzen dagegen auf so genannte "assisted"-Daten. Hierzu werden GPS-Bahndaten für einen definierten Zeitraum im voraus berechnet und dem GPS-Empfänger zur Verfügung gestellt. Der Nikon GP-N100 hat dazu eine USB-Schnittstelle und muss mit der GP-N100-Software an einen PC angeschlossen werden. Die aktuellen assited-Daten werden dann, nach unserer Einschätzung aus dem Netz geladen und auf den Geotagger gespielt. Bei Sony werden die Daten für je einen Monat geladen. Danach wird das aGPS zum GPS bis neue assisted-Daten bezogen wurden.
Leider verpasst Nikon auch beim Nikon GP-N100 einen Kompass einzubauen. Ob die Firmware der Nikon 1 V1 Kompassdaten verarbeiten kann ist nicht bekannt. Die aktuellen digitalen Spiegelreflexkameras von Nikon Können es. Wenn auch nicht mit dem Nikon eigenen GP-1 sondern mit den Solmeta Geotaggern mit Kompass.Ob es geht wird Solmeta als Spezialist auf diesem Gebiet sicher schnell ermitteln.
Aus den Ankündigungen sind viele, aus unserer Sicht wichtige, Details noch nicht bekannt. Unklar ist was bei GPS-Signalverlust geschieht. Gibt es einen "Indoor-Puffer" wie bei Solmeta, Dawntech oder foolography Geotaggern für Nikon DSLR? Läuft der GPS-Empfang durchgängig? Oder muss man den GPS-Empfang immer wieder neue Starten? Gibt es die Möglichkeit zur optionalen Aufzeichnung der Wegstrecke, die viele Geotagger schätzen? Wir sind gespannt und werden die Sache im Auge behalten!
Nikon USA spricht von einem Preis von 150 USD womit das Nikon GP-N100 deutlich unter dem Nikon GP-1 mit 265 USD liegt.